DGUV Barometer Arbeitswelt 2026
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Deutsch
Auf den Punkt:
Das DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 belegt, dass 90 % der Erwerbstätigen betriebliche Prävention als zentralen Anker für die Krisenfestigkeit des Standorts Deutschland betrachten.
Bewertung
Die Studie liefert eine empirische Basis, um Arbeitsschutz nicht nur als Compliance-Thema, sondern als strategischen Resilienzfaktor für eine gesunde und stabile Belegschaft zu positionieren.
Untersuchte Fragestellung
Welchen Stand haben Sicherheit und Gesundheit in der deutschen Arbeitswelt 2026 und wie krisenresilient sind Unternehmen gegenüber aktuellen und zukünftigen Bedrohungen aufgestellt?
Inhalte/Trends
Laut den Ergebnissen des DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 herrscht ein hoher Konsens über die Relevanz von Präventionsstrukturen: 89 % der Befragten halten Maßnahmen wie Notfallpläne und Brandschutz für sehr wichtig, um gegen Krisen wie Cyberattacken oder Pandemien gewappnet zu sein. In der Praxis zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild der Vorbereitung. So sieht eine Mehrheit ihre Betriebe gut auf Pandemien (64 %) oder Brände (60 %) vorbereitet, während die Werte für die Resilienz gegen Lieferkettenstörungen (38 %), Naturkatastrophen (30 %) oder mehrtägige Stromausfälle (28 %) deutlich geringer ausfallen. Am häufigsten werden Ausbildungen und Übungen (67 %) sowie IT-Sicherheitsmaßnahmen (61 %) als Vorkehrungen genannt.
Im Bereich der alltäglichen Gefährdungen dominieren weiterhin Unfallrisiken durch Stolpern, Rutschen und Stürzen (53 %). Besorgniserregend bleibt das Risiko durch Gewalt und Übergriffe: 22 % der Befragten – insbesondere in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen – sehen sich diesem Risiko ausgesetzt. Bei den Belastungen steht die Arbeitsorganisation (Störungen, Zeitdruck) mit 50 % an der Spitze, gefolgt von psychischen Belastungen durch Arbeitsinhalte (35 %). Für die Zukunft prognostizieren 60 % der Erwerbstätigen eine weitere Zunahme psychischer Risiken, während 48 % Gefahren durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel erwarten.
Trotz Herausforderungen wie Bürokratie (56 %) und Personalmangel (51 %) steht die Mehrheit der Unternehmen wirtschaftlich stabil da: 64 % bewerten ihre Lage als gut. Positiv hervorzuheben ist, dass ein Drittel der Führungskräfte angibt, die Ausgaben für Arbeitsschutz im letzten Jahr gesteigert zu haben. Dennoch klafft eine Wahrnehmungslücke: Nur 30 % haben den Eindruck, dass Arbeitsschutzmaßnahmen in Deutschland insgesamt ausreichend ernst genommen werden.
Geltungsbereich
Repräsentative Online-Befragung unter 2.015 Erwerbstätigen (inkl. 544 Führungskräften) in Deutschland. Ergänzt um vorläufige Unfallstatistiken der DGUV für das Jahr 2025.
Link zur Studie
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