Haufe, 2026, Deutsch
Auf den Punkt:
Die Befragung belegt, dass HR bei der Digitalisierung und beim KI-Einsatz spürbar aufgeholt hat, sich jedoch bei der Übernahme einer aktiven Führungsrolle zurückhält.
Bewertung
Die Daten der Studie HR Service Experience 2026 bieten HR-Verantwortlichen wertvolle Einblicke in Digitalisierungs- und KI-Trends, um die eigene Positionierung im Unternehmen gezielt zu stärken und bestehende Lücken schließen.
Untersuchte Fragestellung
Wie bewerten Beschäftigte, Führungskräfte und HR-Profis den aktuellen Digitalisierungsgrad sowie den Einsatz von KI, welche Services werden nachgefragt, und wie stark unterscheidet sich die Selbsteinschätzung der HR-Abteilungen von den Erwartungen des oberen Managements?
Inhalte/Trends
Die Studie „HR Service Experience 2026” zeigt, dass HR bei der Digitalisierung deutlich aufgeholt hat. Gleichzeitig zeigt die Studie eine signifikante Lücke zwischen dem gewünschten Support und der tatsächlichen Führungsrolle: 72,6 % der HR-Profis befürworten eine begleitende Funktion, jedoch beanspruchen nur 18,4 % die aktive Führung für sich. Das obere Management wünscht sich hingegen zu 33,2 % HR als treibende Kraft der digitalen Transformation im Unternehmen. Hinsichtlich der administrativen Leistungen verfügen 77 % der größeren Unternehmen über eine eigene Personalabteilung, wobei 32,3 % der HR-Fachkräfte das Potenzial für eine weitestgehende oder vollständige Digitalisierung von HR-Prozessen sehen.
Beim Einsatz von KI hat HR mittlerweile eine deutliche Vorreiterrolle eingenommen. Mittlerweile nutzen 62,5 % aller Befragten KI wöchentlich oder häufiger, während der Anteil der Nichtnutzer unter HR-Profis und Führungskräften bei unter 5 % liegt. Als zentrale Motive nennen 70,1 % der HR-Profis eine schnellere Arbeitserledigung, 61,6 % eine spürbare Arbeitserleichterung und 49,3 % eine Unterstützung für kreativeres Arbeiten. Am stärksten verbreitet ist der KI-Einsatz im Bereich Recruiting: 46,5 % formulieren damit Stellenausschreibungen und 33 % erstellen damit Stellenprofile. Dennoch bestehen auf HR-Seite hohe Barrieren bezüglich Compliance und Datenschutz (49,1 %), Rechtsunsicherheiten (45,4 %) sowie fehlender fachlicher Kompetenzen (45,1 %). Interessanterweise sind rund 33 % der Befragten bereit, KI weitreichende Zugriffsrechte zu gewähren, sofern ein messbarer Effizienzvorteil entsteht.
Zudem verdeutlicht die Befragung drei zentrale Einstellungsmuster zur Transformation: Optimisten, die auf ihre persönlichen Fähigkeiten und vorhandenen Ressourcen vertrauen, Pragmatiker mit einer hohen Veränderungsbereitschaft und eine kleinere Gruppe von Distanzierten. Letztere ist überraschenderweise am häufigsten in der obersten Führungsebene anzutreffen. Die Gesamtzufriedenheit mit der Personalarbeit bewegt sich auf einer Skala von 1 bis 100 mit Werten zwischen 68,4 % und 76,5 % auf einem hohen Niveau. Dabei stellen sich die HR-Leitungen mit 76,5 % die Bestnoten aus, während die unterste Führungsebene und die Beschäftigten mit 68,4 % bis 68,6 % etwas geringere Zufriedenheitswerte äußern.
Geltungsbereich
Online-Befragung von 1.914 Personen (452 HR-Profis und 1.462 Non-HR, aufgeteilt in 744 Beschäftigte und 718 Führungskräfte) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Link zur Studie
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