XING / forsa, 2026, Deutsch
Auf den Punkt:
Obwohl Sicherheit das zentrale Bedürfnis der Beschäftigten auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist, zeigt sich eine hohe regionale Wechselbereitschaft. Diese wird vor allem durch vorhandene Arbeitsmarktoptionen und weniger durch Unsicherheit getrieben.
Bewertung
Der Jobwechsel-Atlas Deutschland identifiziert regionale Fluktuationspotenziale und liefert Daten, um Recruiting- und Bindungsstrategien gezielt zu differenzieren.
Untersuchte Fragestellung
Wie unterscheiden sich Wechselbereitschaft, Jobfrust, Arbeitsplatzsicherheit und Marktzuversicht der Beschäftigten in den 16 deutschen Bundesländern? Welche Faktoren werden Fachkräfte im Jahr 2026 konkret zu einem Arbeitgeberwechsel bewegen?
Inhalte/Trends
Auf dem deutschen Arbeitsmarkt dominiert das Sicherheitsbedürfnis: 70 % der Befragten nennen einen langfristig sicheren Job als wichtigsten Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Dennoch sind 34 % der Beschäftigten bundesweit offen für einen Stellenwechsel, während nur 62 % langfristig bei ihrem aktuellen Arbeitgeber verbleiben möchten. Laut der Auswertung verläuft die Dynamik nicht entlang der klassischen Ost-West-Grenze, sondern unterscheidet sich stark zwischen Metropolen und Flächenländern. So verzeichnen die Stadtstaaten Hamburg mit 44 % und Berlin mit 42 % die höchste Wechseloffenheit, während Bayern mit 26 % und das Saarland mit 25 % die geringste Wechselneigung aufweisen. Eine wesentliche Erkenntnis der analysierten Daten aus dem Jobwechsel-Atlas Deutschland – 16 Bundesländer im Vergleich: Wo Beschäftigte besonders offen für Jobangebote sind (forsa-Umfrage 2026) ist, dass Wechselbereitschaft primär durch gute Marktchancen entsteht. In Berlin sind 70 % und in Hamburg 66 % der Befragten zuversichtlich, innerhalb von sechs Monaten eine neue Stelle zu finden, bei gleichzeitig sehr geringer Arbeitsplatzsorge von jeweils 5 %.
Ein hohes Jobfrust-Level belastet die Mitarbeiterbindung zusätzlich. Bundesweit sind 36 % mindestens einmal pro Woche demotiviert bei der Arbeit. Die Spitzenreiter beim Jobfrust sind Hamburg mit 43 %, Berlin mit 41 % und Brandenburg mit 40 %. Neben Sicherheit (70 %) verlangen die Beschäftigten ein höheres Gehalt (63 %), gutes Führungsverhalten (62 %) sowie flexible Arbeitszeiten (58 %) als wesentliche Wechseltreiber. Beim Führungsverhalten zeigen sich regionale Spitzenwerte in Schleswig-Holstein mit 74 % und in Bremen mit 73 %. Ein höheres Gehalt ist besonders in Niedersachsen mit 72 % und Bayern mit 67 % ein entscheidender Wechselgrund. Die Untersuchung verdeutlicht für die Personalarbeit, dass Sicherheit zwar ein unverzichtbarer Hygienefaktor ist, eine nachhaltige Bindung jedoch erst durch klare Entwicklungsperspektiven, Führungsqualität und regional angepasste Employer-Branding-Strategien gelingt.
Geltungsbereich
Befragung von 3.418 Arbeitnehmenden in Deutschland.
Link zur Studie
HRblue Newsletter abonnieren
Weitere Leistungen
HRblue Website ❘ Vakanz-Anfrage ❘ Spotlight HR-Studien | HR Stellenangebote
Executive Search ❘ Professional Search ❘ HR Interim Management ❘ HRblue Tandem-Lösung