Deloitte, 2026, Englisch
Auf den Punkt:
Trotz hoher technologischer Bereitschaft deutscher Unternehmen scheitert der echte Mehrwert von KI häufig an mangelnder strategischer Integration, fehlenden Steuerungsprozessen und Defiziten bei Talenten sowie Governance.
Bewertung
Die Studie: „KI im Unternehmen” zeigt, wie führende Unternehmen gegenwärtig KI einsetzen und welche Trends die zukünftige Entwicklung prägen werden.
Untersuchte Fragestellung
Wie weit ist die KI-Transformation in Deutschland fortgeschritten, welche Lücken bestehen bei der Umsetzung sowie Governance und wie lassen sich Herausforderungen bezüglich digitaler Souveränität, Talentbereitschaft sowie autonomer Agenten strategisch bewältigen?
Inhalte/Trends
Die Ergebnisse der Studie zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der technologischen Vorbereitung von Unternehmen und ihrer tatsächlichen Wertschöpfung. So geben zwar 40 % bis 48 % der deutschen Befragten aus den Bereichen Technologie, Infrastruktur und Daten an, hoch vorbereitet zu sein, im Talentbereich hinkt die Vorbereitung jedoch massiv hinterher: Nur 16 % sehen sich in diesem Bereich als hoch und lediglich 4 % als sehr hoch vorbereitet. Zudem wird KI selten umfassend strategisch eingebunden. Nur 4 % nutzen die Technologie durchgängig für Entscheidungen. Bisherige Effekte beschränken sich größtenteils auf Effizienzsteigerungen (66 %) und Kostensenkungen (52 %). Nur 33 % der Befragten berichten von spürbar schnelleren Entscheidungen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Ein wesentlicher Trend, der sich in den Ergebnissen der Studie „KI im Unternehmen” zeigt, ist die rapide Entwicklung im Bereich der agentenbasierten KI. Bereits 27 % der Unternehmen in Deutschland nutzen Agentic AI mindestens moderat, doch nur 19 % verfügen über entsprechend ausgereifte Governance-Strukturen. Während 63 % der Führungskräfte für die kommenden drei Jahre eine starke Transformation erwarten, hinken Kontrolle, Standards und klare Verantwortlichkeiten hinterher. Das größte Risiko liegt somit nicht beim technologischen Zugang, sondern bei der sicheren Überführung von Autonomie in nachhaltige Wertschöpfung. Global soll der Einsatz von Agentic AI innerhalb der nächsten zwei Jahre von 23 % auf 74 % ansteigen, während ebenfalls nur 20 % weltweit über ein ausgereiftes Governance-Modell verfügen.
Darüber hinaus beeinflussen Fragen der digitalen Souveränität die Systemarchitekturen. In Deutschland geben 62 % der Befragten an, dass mehr als 40 % ihrer KI-Landschaft unter der Kontrolle ausländischer Anbieter stehen. International bezeichnen 83 % souveräne KI als wichtig für ihre strategische Planung und 77 % berücksichtigen das Herkunftsland bei der Lieferantenauswahl. Ein weiterer globaler Trend ist „Physical AI”, bei dem digitale und materielle Welten verknüpft werden. Bereits 58 % nutzen entsprechende Anwendungen wie Roboter oder digitale Zwillinge in begrenztem Umfang. Innerhalb von zwei Jahren wird ein Anstieg auf 80 % erwartet. Weltweit überführen zwar 25 % ihre KI-Prototypen in die Produktion, jedoch gestalten bislang nur 34 % ihre Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen grundlegend neu.
Geltungsbereich
Befragung von weltweit 3.235 Führungskräften aus 24 Ländern, darunter eine spezifische Stichprobe von 170 Führungskräften aus deutschen Unternehmen.
Link zur Studie
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