Kienbaum, Bundesverband der Personalmanager (BPM), 2026, Deutsch
Auf den Punkt:
Im Kontext der KI-Transformation wandelt sich die Nutzung generativer KI in den HR-Abteilungen von einem unskalierten Experimentierfeld zu einem strategischen Transformationshebel.
Bewertung
Die Studie „Künstliche Intelligenz in HR” bietet Orientierung zur Skalierung generativer KI, zur Identifikation relevanter Prozessfelder sowie zur Ausrichtung der HR-IT und des HR Operating Models.
Untersuchte Fragestellung
Welche KI-Reifegrade erreicht die HR-Funktion? Welche IT-, Daten- und Governance-Voraussetzungen sind für eine breite Skalierung erforderlich? In welchen HR-Prozessen erzeugt generative KI konkreten Mehrwert? Und welche Skill-Gaps sowie Rollenveränderungen zeichnen sich bis 2030 ab?
Inhalte/Trends
Die durch KI getriebene Unternehmensveränderung ist im Managementalltag weitestgehend angekommen: 83 % der befragten Organisationen weisen im Jahr 2026 eine mittlere oder hohe Transformationsintensität auf. Innerhalb der HR-Funktionen ist ein deutlicher Entwicklungsschritt erkennbar. So ist der Anteil der Einsteiger deutlich gesunken, während 63 % die Stufe der Entdecker erreichen. Eine breite Skalierung gelingt jedoch bisher selten. Empirische Analysen belegen, dass die HR-IT-Reife der zentrale Treiber für den KI-Reifegrad ist. Insbesondere moderne Technologien und Automatisierungsfähigkeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, ein höheres Reifegradlevel zu erreichen. Demgegenüber verfügen 56 % der HR-Abteilungen noch über kein dediziertes Verankerungsmodell für KI-Kompetenzen.
Die operative Anwendung verläuft prozessabhängig. Mit einem Anstieg der produktiven Nutzung auf 35 % verzeichnet das Feld Recruiting und Onboarding den höchsten KI-Einsatz. Ein hohes Zukunftspotenzial weisen die Bereiche HR-Controlling, Learning und strategische Personalplanung auf. Heikle Themen wie Performance Management, Talentförderung und Gesundheit werden hingegen aufgrund von Governance-Anforderungen seltener durch KI produktiv unterstützt.
Bis zum Jahr 2030 streben HR-Funktionen einen deutlichen Reifesprung von assistierenden Tools hin zu autonomeren Systemen an. Der geplante Einsatz von Co-Piloten soll von aktuell 32 % auf 74 % steigen, während die Nutzung intelligenter Agents von 9 % auf 65 % wachsen soll. Dieser technologische Wandel wird von signifikanten Personal- und Struktureffekten begleitet sein. So muss der Anteil der HR-Mitarbeitenden mit fundierten Digital- und KI-Kompetenzen nach Einschätzung der Befragten von derzeit 30 % auf 80 % im Jahr 2030 steigen. Gleichzeitig erwarten die Befragten bis 2030 eine durchschnittliche Personalersparnis im HR-Headcount von 33 %, wobei Shared Service Center besonders stark von Headcount-Reduktionen betroffen sein werden. 51 % der Experten prognostizieren eine deutliche Innovation der HR-Arbeitsweisen, während 16 % eine vollständige Disruption des HR-Operating-Models erwarten. Die Studie „Künstliche Intelligenz in HR – Zwischen Aufbruch und Reifeprüfung” verdeutlicht somit den Handlungsdruck.
Geltungsbereich
Befragung von 151 HR-Führungskräften und -Experten aus dem DACH-Raum, aus Dienstleistungs- (40%) und Industrieunternehmen (25%).
Link zur Studie
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