XING und Appinio, 2026, Deutsch
Auf den Punkt:
Der XING Arbeitsmarktreport 2026 zeigt, dass die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung auf ein ausgeprägtes Matching-Problem zwischen den Anforderungen der Unternehmen und den Erwartungen der Talente zurückzuführen sind.
Bewertung
Die Studie liefert HR-Verantwortlichen entscheidende Einblicke, um Anforderungsprofile zu schärfen, Budgets zielgerichtet einzusetzen und die Besetzung offener Stellen durch passgenaue Recruiting-Maßnahmen nachhaltig zu optimieren.
Untersuchte Fragestellung
Welche Ursachen führen zu wachsenden Besetzungsschwierigkeiten offener Stellen? Wie bewerten Recruiter die Qualität eingehender Bewerbungen? Welche konkreten Erwartungen stellen Beschäftigte an Stellenanzeigen?
Inhalte/Trends
Der XING Arbeitsmarktreport 2026 zeigt, dass 62 % der befragten Recruiter die Besetzung offener Stellen in den vergangenen zwölf Monaten als schwieriger bewerten. Als zentrales Hindernis erweist sich dabei ein mangelndes Matching: 50 % der Unternehmen erhalten zwar zahlreiche Bewerbungen, darunter jedoch zu wenige geeignete Profile. Über sämtliche ausgeschriebene Positionen hinweg berichten 81 % der Unternehmen, dass weniger als die Hälfte der eingehenden Bewerbungen über eine ausreichende Qualifikation verfügt. Als Hauptgründe für diese Problematik nennen 45 % zu wenige fachlich passende und verfügbare Talente am Markt, gefolgt von 37 % unpassenden Bewerbungen und 33 % Diskrepanzen zwischen den Gehaltsvorstellungen der Kandidaten und den betrieblichen Budgets.
Die negativen Auswirkungen unbesetzter Stellen spüren bestehende Teams in 53 % der Unternehmen in Form einer höheren Arbeitsbelastung. 29 % der Befragten beobachten, dass qualifizierte Mitarbeitende aufgrund dieser Überlastung das Unternehmen verlassen. Unter den Arbeitnehmenden nehmen 42 % die Jobsuche als schwieriger wahr als früher, wobei vor allem die 25- bis 34-Jährigen mit 50 % diese Ansicht teilen. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, betonen 85 % der HR-Verantwortlichen die Notwendigkeit, passende Talente aktiver anzusprechen. Zugleich offenbaren sich erhebliche Defizite in der Transparenz von Stellenausschreibungen: 54 % der Beschäftigten vermissen konkrete Gehaltsangaben und 38 % vermissen Informationen zu den Arbeitszeiten. Nach erfolgter Bewerbung erwarten 51 % eine schnelle Absage bei fehlender Eignung und 46 % eine persönliche Rückmeldung innerhalb weniger Tage.
Hinsichtlich der finanziellen Ressourcen haben 51 % der Unternehmen ihr Recruiting-Budget im Vorjahr erhöht und investieren vor allem in Kanäle, die qualifizierte Bewerbungen generieren. Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz zeigt sich jedoch ein gespaltenes Bild: 44 % der Beschäftigten nutzen KI bislang nicht für Bewerbungen, während 45 % der Befragten den souveränen Umgang mit KI als den wichtigsten zukünftigen Kompetenzfaktor ansehen.
Geltungsbereich
Online-Befragung von 2.000 Beschäftigten im Alter von 18 bis 65 Jahren sowie 300 Personalern und Recruitern in Deutschland.
Link zur Studie
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