Gallup Engagement Index Deutschland 2025
Gallup, 2026, Deutsch
Bewertung
Der Gallup Engagement Index Deutschland 2025 zeigt die Hebelwirkung von Mitarbeiterbindung auf Produktivität sowie Fehlzeiten und unterstreicht die zentrale Rolle der Führungsqualität für die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen.
Untersuchte Fragestellung
Wie hoch ist der Grad der emotionalen Bindung von Beschäftigten in Deutschland? Welche Auswirkungen hat die Bindungsqualität auf Fehlzeiten, Fluktuation und Produktivität? Und wie beeinflussen der Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Wahrnehmung der Geschäftsführung die Zukunftsangst der Mitarbeitenden?
Inhalte/Trends
Der Gallup Engagement Index Deutschland 2025 zeigt eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau: Lediglich 10 % der Beschäftigten weisen eine hohe emotionale Bindung auf, während 77 % eine geringe Bindung aufweisen und „Dienst nach Vorschrift“ leisten. Der Anteil der inneren Kündiger stagniert zwar bei 13 %, verursacht durch Produktivitätseinbußen jedoch gesamtwirtschaftliche Kosten zwischen 119,2 und 142,3 Milliarden Euro. Trotz dieser geringen Bindung gibt es eine Trendumkehr bei der Bleibeabsicht: 56 % der Befragten planen, in einem Jahr noch beim aktuellen Arbeitgeber zu sein (2024: 50 %). Dies deutet auf ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis in einem volatilen Marktumfeld hin. Dennoch bleibt die Wechselbereitschaft hoch, da 74 % ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als gut oder sehr gut einschätzen. Besonders kritisch ist die Lage bei Neueintritten: Jeder fünfte Mitarbeitende sucht bereits im ersten Jahr wieder aktiv nach einem neuen Job. Dies verdeutlicht die Onboarding-Lücke – nur 21 % der Neuzugänge bewerten ihren Einstiegsprozess als ausgezeichnet.
Die ökonomischen Vorteile einer hohen Bindung sind signifikant: Emotional hoch gebundene Mitarbeitende fehlen 41 % seltener (5,7 statt 9,7 Tage) und leiden seltener unter Stress. In Unternehmen, die aktiv in Führungsqualität investieren, liegt die hohe Bindung bei durchschnittlich 40 %, was das enorme brachliegende Potenzial unterstreicht. Gute Führung korreliert nämlich direkt mit einer höheren Weiterempfehlungsquote (73 % vs. 14 %). Ein neues Spannungsfeld ergibt sich durch künstliche Intelligenz: Zwar nutzen bereits 64 % der Unternehmen KI, doch die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz hat sich seit 2018 verdoppelt. Dass sich nur 21 % der Nutzer von ihren Führungskräften beim KI-Einsatz unterstützt fühlen, verdeutlicht einen erheblichen Nachholbedarf bei der aktiven Begleitung von Technologie-Transformationen. Insgesamt bleibt das Vertrauen in die Geschäftsführungen verhalten: Lediglich 23 % trauen ihren Führungskräften zu, künftige Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Dies betont die Rolle der direkten Führungskraft als wichtigstes „Gesicht des Unternehmens“.
Geltungsbereich
Repräsentative Untersuchung mit 1.700 zufällig ausgewählten Arbeitnehmenden ab 18 Jahren in Deutschland, durchgeführt mittels computergestützter Telefoninterviews.
Link zur Studie
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