Höhere Produktivität im Homeoffice?
Fraunhofer IAO & Techniker Krankenkasse, 2026, Deutsch
Bewertung
Die Studie: “Höhere Produktivität im Homeoffice?” liefert evidenzbasierte Erkenntnisse zum Zusammenhang von Homeoffice-Anteil und Produktivität. Sie bietet konkrete Orientierungswerte für die Gestaltung hybrider Arbeitsmodelle.
Untersuchte Fragestellung
Wie wirkt sich der Anteil von Homeoffice auf die Produktivität der Beschäftigten aus? Welches Verhältnis von mobiler Arbeit und Büropräsenz erweist sich als besonders wirksam?
Inhalte/Trends
Die Studie: “Höhere Produktivität im Homeoffice?” zeigt auf Basis objektiver Leistungsdaten einen differenzierten Zusammenhang zwischen Homeoffice-Anteil und Produktivität auf. Insgesamt steigt die Produktivität zunächst mit zunehmendem Homeoffice-Anteil. Beschäftigte, die einen moderaten Anteil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen, bearbeiten messbar mehr Kundenanliegen pro Zeiteinheit als Mitarbeitende mit überwiegender Büropräsenz. Konkret liegt die Produktivität bei einem Homeoffice-Anteil von bis zu 60 % im Durchschnitt rund 20 % über der Vergleichsgruppe im Büro.
Wird dieser Schwellenwert jedoch überschritten, kehrt sich der Effekt um. Bei einem sehr hohen Remote-Anteil sinkt die Leistung wieder. Die Ergebnisse deuten somit auf eine nichtlineare Wirkung hybrider Arbeit hin, bei der sowohl eine zu geringe als auch eine zu hohe Homeoffice-Quote mit Effizienzeinbußen verbunden sein kann. Als zentrale Einflussfaktoren identifizieren die Forschenden einerseits reduzierte Unterbrechungen und fokussierteres Arbeiten im Homeoffice und andererseits den Verlust von sozialem Austausch, informeller Abstimmung und teambezogenem Sozialkapital bei zu geringer Präsenz.
Die Auswertung basiert auf konkreten Output-Kennzahlen wie der Anzahl bearbeiteter Kundenanliegen über verschiedene Kanäle sowie der Anzahl geführter Telefonate pro Zeiteinheit. Dadurch unterscheidet sich die Studie von vielen früheren Untersuchungen, die überwiegend auf Selbsteinschätzungen beruhen.
Als Orientierungswert leiten die Autoren ein Verhältnis von etwa 60 % Homeoffice zu 40 % Büroarbeit ab. Gleichzeitig wird betont, dass es sich nicht um eine universell gültige Quote handelt. Die Übertragbarkeit hängt stark vom Tätigkeitsprofil, dem Grad der Standardisierung, der Messbarkeit von Leistung sowie den Team- und Abstimmungsanforderungen ab. Besonders anschlussfähig erscheint der Richtwert für wissensbasierte Tätigkeiten mit klar strukturierten Prozessen und quantifizierbarem Output.
Die Studie hebt darüber hinaus die Bedeutung aktiver Führungsarbeit hervor. Hybride Arbeitsmodelle erfordern klare Rahmenvorgaben, transparente Leistungskriterien und eine regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der gewählten Homeoffice-Regelungen auf Team- und Mitarbeitendenebene.
Geltungsbereich
Auswertung von Produktivitätsdaten von mehr als 11.000 Mitarbeitenden der Techniker Krankenkasse, insbesondere aus Bereichen mit Kundenkontakt und messbarem Output.
Link zur Studie
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