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Wer hat Angst vor KI? Wer sollte sie haben?

Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel), 2026, Englisch

Auf den Punkt:

Die Studie„ Wer hat Angst vor KI? Wer sollte sie haben?“ belegt, dass der technologische Fortschritt Künstlicher Intelligenz die Gesamtbeschäftigung in Unternehmen stabil hält, jedoch eine systematische Höherqualifizierung der Belegschaften erzwingt

Bewertung

Die Studie liefert datenbasierte Benchmarks darüber, welche spezifischen KI-Anwendungen bestimmte Jobprofile verändern oder ersetzen. Sie bietet eine fundierte Entscheidungs­grundlage für eine gezielte, zukunftsorientierte Bildungs- und Umschulungspolitik in Unternehmen.

Untersuchte Fragestellung

Welche realen Auswirkungen hat die zunehmende technologische Exposition gegenüber verschiedenen KI-Anwendungen auf das Beschäftigungsniveau sowie die Qualifikations­struktur in Unternehmen?

Inhalte/Trends

Die Ergebnisse der Studie „Wer hat Angst vor KI? Wer sollte sie haben?“ zeigen, dass der massive Fortschritt von KI-Technologien in den letzten zehn Jahren kaum Auswirkungen auf das Beschäftigungsniveau insgesamt hatte. Allerdings erzwingt die Technologie eine deutliche Verschiebung der Qualifikationsstruktur. Unternehmen mit einer hohen KI-Exposition verzeichnen eine Umschichtung ihres Personalbestands hin zu hochqualifizierten Angestellten, während Routineaufgaben und einfache Büroarbeiten zurückgehen.Diese Entwicklung ist länderübergreifend festzustellen und betrifft wissensintensive Firmen besonders stark.

Wie stark Beschäftigte vom Wandel betroffen sind, hängt direkt von ihren Aufgabenprofilen ab. Hochkognitive Berufe mit geringem physischen oder sozialen Kern, wie Datenanalysten, Softwareentwickler oder Übersetzer, weisen die höchste KI-Exposition auf. Berufe mit starkem zwischenmenschlichen Kontakt oder manueller Geschicklichkeit wie Pflege­personal oder Arbeiter im Bauwesen sind hingegen kaum betroffen.

Zudem variieren die Effekte stark je nach spezifischer KI-Anwendung. Allgemeine Sprach-KI sowie Anwendungen in der Sprachmodellierung und Spracherkennung haben positive Beschäftigungseffekte über alle Skill-Gruppen hinweg, da sie monotone administrative Aufgaben übernehmen. Dadurch werden Beschäftigte in der Produktion oder im Management entlastet und können sich auf ihre sozialen oder physischen Kern­kompetenzen fokussieren. Demgegenüber stehen spezialisierte Systeme zur Textbearbeitung, Übersetzung oder Bilderkennung. Sie entfalten vor allem im Verwaltungs- und Bürobereich sowie in Assistenzfunktionen eine substituierende Wirkung und können bestehende Arbeitsplätze direkt ersetzen. Für das Personalwesen ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Weiterbildungen und Umschulungen wesentlich gezielter an den betroffenen technologischen Teilbereichen auszurichten.

Geltungsbereich

Analyse des KI-Fortschritts (2010–2023) mittels des DAIOE-Indexes, verknüpft mit anonymisierten Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Mikrodaten von Millionen Beschäftigten und Unternehmen aus Dänemark, Portugal und Schweden.

Link zur Studie

 

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