Benchmark-Studie Restrukturierungen 2026
Restart Career GmbH; Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP); Boston Consulting Group (BCG), 2026, Deutsch
Bewertung
Die Benchmark-Studie Restrukturierungen 2026 liefert belastbare Benchmarks und konkrete Erfolgsfaktoren für Restrukturierungen.
Untersuchte Fragestellung
Welche Faktoren bestimmen den Erfolg von Restrukturierungen in deutschen Unternehmen und welche Benchmarks lassen sich daraus für HR und das Management ableiten?
Inhalte/Trends
Die Benchmark-Studie Restrukturierungen 2026 zeigt deutlich, dass Restrukturierungen in Deutschland immer häufiger als Transformationsinstrument und weniger als reine Kostensenkungsmaßnahme eingesetzt werden. So geben 77 % der befragten Unternehmen an, während laufender Restrukturierungen neue Profile einzustellen. Dies unterstreicht den strategischen Charakter vieler Programme. Personalabbau und Kompetenzaufbau erfolgen häufig gleichzeitig.
Als wichtigste Auslöser dominieren nach wie vor klassische Kosten- und Strukturthemen wie Reorganisation (55 %), Kostensteigerungen (44 %) und strategische Neuausrichtung (36 %). Überraschend gering ist hingegen der direkte Einfluss von Automatisierung oder KI (11 %) sowie von Finanzierungsengpässen (12 %). Die Studienautoren interpretieren dies dahingehend, dass Unternehmen technologische Veränderungen derzeit eher über Re- und Upskilling als über Personalabbau angehen.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist konsequentes Leadership. Klare Entscheidungen, sichtbare Führung und transparente Kommunikation erhöhen nachweislich das Vertrauen und die Umsetzungszufriedenheit. Besonders positiv wirken sich kurze, konsequent gesteuerte Projektphasen aus. Straffe Planungs- und Umsetzungszeiträume steigern die Zufriedenheit signifikant. Gleichzeitig zeigt sich ein Spannungsfeld zwischen finanziellen Zielen und kulturellen Effekten. Zwar erreichen 85 % der Unternehmen ihre finanziellen Ziele, jedoch leiden Arbeitgebermarke und Unternehmenskultur in vielen Fällen zumindest temporär darunter.
Die Rolle von HR bleibt ambivalent. HR ist zwar operativ stark eingebunden (z. B. bei der Umsetzung oder bei Verhandlungen mit dem Betriebsrat), übernimmt jedoch seltener die strategische Steuerung der Zielorganisation. Wenn HR jedoch frühzeitig strategisch involviert ist, verlaufen Restrukturierungen schneller und reibungsloser. Als wirksame Instrumente haben sich insbesondere Freiwilligenprogramme (von rund 70 % genutzt), faire Abfindungsmodelle sowie Outplacement-Angebote bestätigt. Höhere Abfindungsfaktoren korrelieren klar mit höherer Zufriedenheit im Prozess.
Insgesamt verdeutlicht die Studie: Für erfolgreiche Restrukturierungen ist ein integriertes Zusammenspiel aus klarer Führung, frühzeitig eingebundenem HR, fairer Ausgestaltung und strategischer Zielsetzung erforderlich.
Geltungsbereich
254 Unternehmen in Deutschland; Teilnehmer aus verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen (vom C-Level bis zur Mitarbeiterebene).
Link zur Studie
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